18ct Goldring, gelber Saphirring, Diamantring geschlossene Fassung

                    Martin  & Dörte Planert

    Fine Jewellery & Designers

Goldschmied  &  Diamantfasser


       Ehrenmitglied der Gold & Silberschmiede Gilde von Australien    Herstellerstempel von Martin Planert, Qualitätskennzeichen für Schmuck, Namensstempel    Herstellerstempel von Martin Planert als Mitglied der Gold & Silberschmiedegilde Australien, Qualitätskennzeichen für Schmuck, Namensstempel, Gildestempel     ph +61-2-64944787

Deutscher Mikroschweißbrenner       •       Gaszylindersicherheit

Präzisions Propan-Butanbrenner             •         Problemlösungen    

Ratschläge für das Löten

Hartlöten bewirkt eine starke Verbindung von zwei Metalloberflächen unter Verwendung von Hitze und Lot (eine Metall-Legierung), welches in kleine Zwischenräume fließt. Löten ist eine komplexe Technik, die sorgfältige Planung, Wissen und Übung benötigt:
   
1.      Vorbereitung des Lötplatzes
    2.      Flamme
    3.      Lot / Flußmittel
   
4.      Vorbereitung
    5.      Prozedur
    6.      Abbeizen
    7.      Problemlösungen

1. Vorbereitung des Lötplatzes für Rechtshänder
Auf der linken Seite: Mikroschweißer oder Propanbutanbrenner
In der Mitte: Lötziegel auf einer großen Kachel, um die Hitze der Löflamme zu absorbieren.
Auf der
rechten Seite: benötigte Handwerkzeuge, wie z. B.: Lot, Flußmittel, Feuerzeug, Wasser zum Abschrecken, Pinzette, Lötvorrichtung oder Klemmen, Metalgewicht zum stabilisieren der Lötvorrichtung.
Unterhalb des Arbeitsplatzes: Einen Lappen an einem Haken aufhängen, um abgeschreckte Gegenstände abzutrocknen. Brennbare Objekte sollten von der Lötstelle ferngehalten werden (man kann eine Mauer aus Lötziegeln hinter und seitlich des Lötplatzes aufbauen).
German Precision lpgas jeweller's torch soldering torch LP Gas Tip No.1 large flame

2. Flammengröße und Einstellung hängen von der Größe des Objektes und des Materials, das gelötet werden soll, ab. Kleine Stücke benötigen eine kleinere, spitzere Flamme.
Wenn man Sauerstoff und Brenngas zusammen zum Löten verwendet, bitte beachten:
Micro welding torch soldering torch Jewelry torch tip 3 reducing flame_small.jpgLPGas Torch jewelerstorch Tip 3 with airhole cover ring full cover_small.jpgErwünscht: Neutrale Flamme = leicht reduzierende Flamme (schwach blau) Eine stark reduzierende Flamme mit grell-gelber Flammenspitze hinterläßt Ruß (Kohlenstoffablagerung) aufgrund des Mangels an Sauerstoff und ist nicht erwünscht zum Löten.
Oxidierende Flamme: zischend grell blau (wird benutzt, wo intensive Hitze auf einer kleinen Fläche benötigt wird oder zum Schweißen). Es können sich Oxide bilden, die das Löten behindern! Zum Glühen verwendet man eine größere, weichere Flamme mit schwach gelber Spitze.

3. Lote  sind Metalllegierungen, die sich vom Ausgangsmaterial unterscheiden und andere Metalle wie Zink oder Cadmium enthalten, um einen niedrigeren Schmelzpunkit zu erhalten. Es gibt viele verschiedene Lote, Silberlote für Silber oder Kupfer, Goldlote für Gold....Harte, mittel und leichte Lote werden als Paste, Draht oder was wir vorziehen: als dünnes Blech angeboten, welches mit einer Blechschere in sehr kleine Stücke geschnitten werden soll. Die Oberfläche von angelaufenem Lot sollte notfalls mit Stahlbürste, Schaber oder Stahlwolle gereinigt werden. Hartes Lot hat den höchsten Schmelzpunkt und sollte immer das bevorzugte Lot sein. Versuchen Sie, leichtes Lot nur als letzte Möglichkeit zu verwenden oder für Reparaturen, um zu verhindern, das vorherige Lötungen wieder schmelzen.
Schmelztemperaturen von verschiedenen Loten (liquidus):
Sterling Silber                 Gold                                                   Platin
Extra leicht     643°C        18ct Gelbgold  leicht      710°C        Leicht      1100°C
Leicht             706°C         18ct Gelbgold  mittel     785°C        Mittel        1250°C
Mittel              732°C         18ct Gelbgold  hart        841°C        Hart          1390°C
Hart                778°C         18ct Weißgold hart        892°C        22ct
Gelbgold sehr hart 955°C

Blei-Zinnlote sind leichte Lote für Klemptnerarbeiten und kontaminieren Gold, welches davon brüchig wird. Sie sollten niemals für Goldschmuck verwendet werden, auch nicht für Reparaturen.

Flußmittel = ein Pulver auf Borax basierend in verschiedenen Zusammensetzungen mit einem Lösungsmittel vermischt (Wasser oder ähnliches). Nach dem Verdunsten des Lösungsmittels, schlägt es sich auf dem Metall nieder, wird flüssig, nimmt Oxide auf und verhindert Sauerstoffverbindungen mit dem Metall(Oxidation).

4. Vorbereitung:
Überlegen Sie vorher, wo die Lotfuge plaziert werden soll: nicht gerade an einem Belastungspunkt, Auswirkung auf spätere Reparaturen, die Farbe des Lotes kann sichtbar sein oder eine schlechte Fuge zu auffällig. Die Lötstelle und das Lot sollen sauber, glatt und fettfrei sein. Um Fett (Fingerabdrücke) zu entfernen, kann das Stück ein paar Minuten abgebeizt werden. Pinzette benutzen, um den Gegenstand aus der Beize zu holen. Metallenden müssen glatt zusammenpassen. Dafür muß exakt gefeilt werden. Schwierige Konstruktionen können mit Bindedraht, Klammern, Schraubzwingen oder Pinzetten fixiert werden.

5.Prozedur:
Um ein Oxidieren des Metalles zu verhindern (Blausilber = Tiefenoxidation des Kupfers):
     a.
      Die Lotstelle mit Flußmittel bepinseln, vorher und während dem Erhitzen, bis sich ein weißer
              Niederschlag gebildet hat

     b.
      Vermeiden Sie, das Metall zu lange zu erhitzen
     c.      Ein Lotstück mit Pinzette aufnehmen und an einen mit Flußmittel getränkten Pinsel tupfen und
              auf der heißen, jetzt klebrigen Lotstelle plazieren

     d.
      ohne Zögern löten - die Flamme langsam über das Objekt bewegen, in kleiner werdenden Kreisen auf der Lotstelle enden und das geschmolzene Lot dirigieren: das Lot folgt der Hitze = die Flamme zieht das Lot durch die Lotfuge. Sie sollten das Lot fließen sehen (Kapillarfunktion), es wird kurzzeitig heller, dann die Flamme entfernen. Um zwei unterschiedlich dicke Teile zu löten, muß die dickere Seite zuerst und entsprechend mehr erhitzt werden, sonst bleibt das Lot auf der dünneren Seite sitzen.

Um die Farbe (als Temperaturindikator) und das Aussehen des Metalls zu beurteilen, eventuell die Lichtquelle wegdrehen oder den Lötplatz beschatten. Vor dem Abschrecken überprüfen, ob die Lotfuge vollkommen gelötet ist, eine durchgehende hellere Linie aufweist oder falls notwendig erneut Flußmittel auftragen und nachlöten. Eine erfolgreiche Lötung sieht auf der Oberfläche glänzend aus und ist beidseitig sichtbar. Für beste Lötergebnisse experimentieren Sie mit Flammengröße und Entfernung zum Objekt. Benutzen Sie Pinzette oder Zange, um das heiße Metallstück aufzunehmen und in ein Gefäß mit Wasser zu tauchen.

Wenn man den Gegenstand in Borsäurepulver legt, bildet sich eine Schutzschicht auf poliertem Gold und auf einigen Edelsteinen, um Hitzeeinwirkung zu reduzieren und gegen die Bildung einer Oxydschicht auf der Metalloberfläche.

6. Abbeizen:
Nach dem Löten oder wenn das Lot nicht fließt, in verdünnter Schwefelsäure oder Ersatz (3 Teile Säure mit 10 Teilen Wasser mischen. Immer Säure ins Wasser mischen!) abbeizen. Eine Jenaer Glasschüssel mit Deckel eignet sich sehr gut zur Säureaufbewahrung, aber kann anschließend nie mehr zur Zubereitung von Essen verwendet werden. Vor dem Abbeizen muß Eisenbindedraht entfernt werden, um versehentliches Verkupfern des Gegenstandes zu verhindern!

Lange Edelstahlpinzette benutzen, um den Metallgegenstand vorsichtig in die Beizelösung einlegen und ca. 10 Minuten abbeizen. Nicht in die Beize fallen lassen, sonst können Spritzer Löcher in ihre Kleidung fressen. Handschuhe, Schutzbrille und eine Schürze bieten guten Schutz.

Anschließend gut in Wasser spülen. Mit einem Lappen trocknen. Solange abbeizen, bis jede Flußmittelglasur und Oxydschicht entfernt ist, da sonst die Feilen beschädigt werden.

Ich ziehe vor, die Beize nicht zu erhitzen, aber dann dauert das Abbeizen etwas länger.

Gelötete Schmuckstücke immer in kaltem oder warmem Wasser abschrecken vor dem Abbeizen (manche Legierungen in Spiritus). Nicht in SÄURE abschrecken! (Gesundheitsschädliche Dämpfe!)

Material Safety Data Sheets MSDS.

Wir bewahren unsere Beize in einer Ecke auf dem Balkon auf, um das Einatmen schädlicher Dämpfe zu verhindern. Verbrauchte Beizlösung, die nicht mehr zufriedenstellend arbeitet, kann mit Kalk oder Backpulver neutralisiert werden
. Wenn es nicht mehr sprudelt, kann es im Garten entsorgt werden.

7.Problemlösungen:
Anschmoren, schmelzen oder kollabieren:
        Zu heiße Flamme oder eine Stelle überhitzt.
      
Das Lot braucht ewig, bis es schmilzt oder schmilzt überhaupt nicht:
        Nicht genug Hitze.
Lotfuge hält nicht oder bleibt sichtbar:
        Nicht genug Lot verwendet.
 Ein großer Lotklumpen hat sich gebildet:
        Zu viel Lot verwendet.
Schwarze Oxydablagerungen an der Lötfläche verhindern, daß das Lot fließt. Ursachen können sein:

  •  nicht genug Flußmittel oder Lot nicht ins Flußmittel getaucht

  •  Überhitzen des Metalls oder des Lotes

  •  zu viel Sauerstoff in der Flamme

  •  Lot zu früh oder zu spät aufgetragen

  Lot bleibt auf einer Seite der Lotfuge sitzen:

  • die Fuge ist zu groß oder

  • eine Seite ist heißer als die andere oder

  • das Lot wurde nicht auf der Mitte der Fuge plaziert

Wenn das Lot herunterfällt:          
        die Lotfuge mit Flußmittel besser vorheizen.

Porosität kann vom Überhitzen der Lotinhaltstoffe mit niedrigerem Schmelzpunkt herrühren, wie Zink und Cadmium.

Ich möchte noch einige Empfehlungen hinzufügen:
Die meisten jungen Goldschmiede vergessen den mit Borax glasierten Schmelztiegel orange-glühend aufzuheizen, bevor sie das Metall und nochmals Borax Pulver hineingeben. Das ist beim Silber schmelzen sehr wichtig, da die Legierung sehr reaktiv ist, wenn sie geschmolzen ist (die Silber/Kupfer Kristalle werden ebenfalls größer). Zu langes Erhitzen kann verursachen, daß das Metall beim Auswalzen Sprünge aufweist. Deshalb sollte das Metall, sobald es ganz flüssig ist und die Oberfläche glüht, wie ein Spiegel, ohne Verzögerung in den vorgeheizten Einguß gegossen werden. Vor dem Gießen den Schmelztiegel schwenken, um sicher zu gehen, daß keine Silberklumpen unter der Oberfläche versteckt sind.

Silber kann auf 50% seiner Stärke ausgewalzt werden, bevor es erneut geglüht werden muß. Wenn man Draht zieht, muß es schon eher geglüht werden (wenn er anfängt zu brechen). Auch hier gilt: Nicht zu lange und nicht zu oft glühen. Die größtmögliche Flamme hierfür verwenden. Ich habe Wasserstoff mit Sauerstoff, Acethylen mit Sauerstoff und Propangas mit Sauerstoff ausprobiert, aber ziehe den Propan-Butangasbrenner für Silberarbeiten vor, um Blausilberablagerungen zu vermeiden.

Nur Übung macht den Meister!

Alle Probleme haben eine Lösung, ganz egal wie außergewöhnlich.

Wenn Sie die Wahl haben, greifen Sie zur einfachsten Lösung.

Akzeptieren Sie Mißerfolge als Lernstufen dieser Kunst. Lassen Sie sich Zeit, genießen Sie es, entspannen Sie sich und versuchen Sie es nochmal.

Bitte beachten: Sicherheit geht immer vor - Ihre eigene und die von anderen in Ihrer Umgebung!

Gaszylindersicherheit

Alle Gaszylinder sollten als voll behandelt werden, egal wieviel Füllung noch vorhanden ist. Das bedeutet:

  1. Lesen Sie Aufdrucke und die Sicherheitsanweisungen vor der Benutzung.

  2. Aufrecht lagern auf ebener Fläche, in gut belüfteten Räumen aufbewahren, sicher und nicht in den Durchgangsverkehr von Fußgängern oder Fahrzeugen gestellt.

  3. Die Gaszylinder vor starken Stößen und Absturz schützen. Alle Brenngas - und Sauerstoffbehälter müssen sicher in einem  entsprechenden Ständer oder mit einer Kette an einer Wand befestigt sein, um das Risiko von Beschädigung der Gasflasche durch Umfallen zu reduzieren, was eine Explosion des komprimierten Gases auslösen könnte.

  4. Nach Beendigung der täglichen Arbeit immer an der Gasflasche zudrehen.

  5. Der Schlauch sollte immer herunterhängen und von der Flamme entfernt bleiben.

  6. Immer Schutzbrille beim Löten, Schweißen und Schmelzen von Metall tragen.

  7. Beim Transportieren von Gaszylindern Schuhe mit Stahlkappe und Handschuhe tragen.

  8. Gaszylinder immer mit einer passenden Sackkarre sicher transportieren.

  9. Kühl lagern (nicht unter 0°C), an einem sauberen Ort, nicht unterhalb Straßenebene, auch nicht in unzugänglichen engen Ecken oder vor Notausgängen.

  10. Von Heizquellen, Zündkörpern und entflammbaren Materialien fernhalten, besonders brennbare Gase (auch offene Flammen und Öfen)

  11. Volle und leere Gasflaschen getrennt aufbewahren und giftige, sowie ätzende Gase separat von allen anderen Gasen.

  12. Öl und Schmiere nicht an Gaszylinder und Ventile bringen. (Explosionsgefahr)

  13. Niemals Gewalt anwenden beim Öffnen und Schließen von Ventilen.

  14. Auf Gasdichtheit prüfen, indem man Wasser mit Spülmittel um und auf alle neuen Verbindungen aufträgt.

  15. Die Gasflaschen nicht neu streichen oder Markierungen und Beschädigungen verdecken; Falls beschädigt, sofort zum Gashändler zurückbringen.

  16. Die Personen, die für Unterbringung und Benutzung von Gasflaschen zuständig sind, sollen in Notfallprozeduren ausgebildet und damit vertraut sein.

  17. Unterbringungseinteilung und Notfallprozeduren müssen sorgfältig geplant sein im Hinblick auf einen jederzeit möglichen Notfall.

  18. Geschäfte müssen deutliche Warnschilder entsprechend der gültigen Richtlinien für Gefahrgüter anbringen, inklusive Rauchverbotsschilder, Warnschilder offene Flammen betreffend und Klassifizierungsschilder z.B. Class Diamonds, HAZCHEM.

  19. Der Aufbewahrungsort sollte so gewählt werden, daß Unbefugte keinen Zutritt haben, Nichtausgebildete vor den Gefahren geschützt,  und die Gasflaschen vor Diebstahl gesichert sind.

  20. Benutzen Sie die entsprechenden Druckregler und Rückschlagsicherungen für Sauerstoff und jede Brenngaskombination.

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